Kämpft gegen Hass und Tabus: Prix-Courage-Kandidatin Lea Blattner

Shownotes

Lea Blattner zahlt einen hohen Preis für ihre Freiheit. Der Schritt, sich öffentlich als lesbisch zu outen, kostete die damalige EVP-Politikerin fast alles. Ihr gesamtes soziales Umfeld. Ihre Sicherheit. «Was für ein Vorbild wäre ich gewesen, hätte ich einfach geschwiegen?», sagt die queere Politikerin rückblickend über ihren Befreiungsschlag.

Im Beobachter-Podcast unterhält sich Lea Blattner mit Moderatorin Jasmine Helbling und Autorin Katharina Siegrist über die Hintergründe.

Prix Courage: Mehr Infos zum Preis

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00:00:01: Ich habe gewusst, so kann ich nicht weiterleben.

00:00:04: Alles ist schlecht und alles falsch – also ich bin falsch!

00:00:06: Aber Sterben ist auch keine Option, denn wenn ich sterbe, dann komme ich ja in die Hölle, wo ich gewarnt worden bin

00:00:12: davon.".

00:00:13: Das ist der Fall.

00:00:14: Echte Schweizer Rechtsstreit unter Art

00:00:16: für Betroffene.

00:00:18: Ein Podcast von Beobachter heute am Mikrofon Yasmin Helbling.

00:00:28: Jahrelang hat Lea Blatner ihre Gefühle unterdrückt.

00:00:31: Sie ist in freichirchlichen Kreisen aufgewachsen und hat gemeint, sie kommen mit Hüll wenn sie eine Frau liebt.

00:00:37: Später hat sie sich als Ko-Präsidentin von den jungen EVP und Parteivorstand der EVP Schweiz öffentlich geoutet.

00:00:45: Und das hat die Welle von Hass und sogar Morddrohungen ausgelöst.

00:00:49: Heute hat Lea Blattner mit der Partei und Freichele gebrochen.

00:00:53: Sie kämpft für queere Sichtbarkeit und ist für den Brigourage vom Beobachtern nominiert.

00:00:58: Mein Name ist Jasmin Helbling und mit mir im Studio sind Lea Blattner und Journalistin Katrin Sigrist, die ihre Geschichte für den Beobachter aufgeschrieben hat.

00:01:07: Lea, wir sprechen heute über eine Zeit, in der du deine Gefühle komplett unterdrückt hast.

00:01:11: wie schwer oder leicht falls dir inzwischen über Liebe und Sexualität zu reden?

00:01:16: Ich finde es immer noch nicht ganz einfach weil ich so prägt wurde dass das etwas ist, was man nicht darüber redet.

00:01:24: Weil das ein sehr schambehaftes Thema sei Und trotzdem finde ich es unglaublich wichtig, auch öffentlich darüber zu reden.

00:01:31: Weil das ist etwas vom Natürlichsten auf der Welt.

00:01:34: Das sind schon sehr private Themen.

00:01:36: Das muss man ja auch sagen.

00:01:37: Ich glaube, das fällt uns allen schwer und in diesem Kontext natürlich noch schwerer.

00:01:43: Du bist als Kind über die Jugendscharre in freie Kirchliche Reichsinnen gerutscht.

00:01:47: Nimmst doch mal mit in diese Zeit!

00:01:49: Was hatte dich dort so angesprochen?

00:01:53: Ich glaube es war die Gemeinschaft, die wir hatten untereinander... Alle waren für alle hier.

00:01:58: Man hatte plötzlich wie eine zweite Familie in diesen Kreisen und alles war perfekt, solange man das System nicht hinterfragt hat.

00:02:10: Das war genau das Problem.

00:02:11: Du hast gemerkt, dass du anders bist als man es von dir erwartet hat.

00:02:16: Kannst du da einen Finger drauflegen?

00:02:18: Das ist

00:02:20: noch schwierig zu sagen... einen konkreten Tag oder so zu nennen, oder eine konkrete Ereignisse.

00:02:25: Das war ein schleichender Prozess, dass ich gemerkt habe wie meine Mitschülerinnen beispielsweise irgendwelche Stars anhimmeln, irgendwelchen Boygroups und dann muss ich sagen, ich finde jetzt eigentlich gar nicht so spannend.

00:02:40: Oder plötzlich gemerkt haben wir sich hier vielleicht gefühlt um meinen Mitschülern hineinzuentwickeln, die über das freundschaftliche hinausgehen.

00:02:46: Am Anfang konnte ich das gar nicht in Ordnung nehmen Aber ich war eine Bezehnung, die ich zum ersten Mal gehört habe in meiner Kirche.

00:02:54: Ich darf nicht auf Frauen stehen oder sich Frauen nicht verlieben, weil das falsch und schlecht ist.

00:03:00: Darum habe ich es ganz schnell wieder weggeschoben und gesagt, es sei kein Thema bei mir.

00:03:04: Ich habe mir sehr lange schön geredet und gefunden, dass noch Freundschaften alles gut sind bei mir!

00:03:10: Ich bin ganz normal wie alle anderen.

00:03:13: Also auch deine ganze Jugenddauer wurde älter?

00:03:15: Wie ein Teenager oder als Teenager verliebt man sich ständig?

00:03:19: Ja?

00:03:20: Und ich glaube, das wurde mir schon bewusster, dass es für mich ein Thema ist.

00:03:24: Aber ich habe es dann wieder irgendwo hinten in einen Ecken geschoben und fand ... Nein!

00:03:27: Es ist nicht so.

00:03:29: Ich bin ganz normal und versuchte mich in irgendwelche Jungs zu verlieben.

00:03:33: Aber das hat

00:03:34: einfach

00:03:35: nicht funktioniert.

00:03:36: Da hast du irgendjemand von dem erzählt, einer Freundin-Familie.

00:03:40: Wahrscheinlich war sie schwierig oder?

00:03:42: Ich hatte natürlich mein ganzes Umfeld wegen diesen freikirchlichen Kreisen.

00:03:49: weil uns auch gesagt wurde, dass keine Freundschaften außerhalb der Kirche oder vom christlichen Kontext haben.

00:03:57: Das sind Leute, die ich nicht gut tue und sie wollen mich nur vom Glauben wegbringen.

00:04:01: In diesem Kuchen habe ich aber gewusst, kann ich mit niemandem darüber reden?

00:04:05: Weil das ist ja falsch dort in ihren Gedanken.

00:04:11: Darum habe ich sehr lange mit niemanden darüber geredet.

00:04:14: Ich war immer drängender, weil ich mich sehr unterglitt habe.

00:04:19: Dass sich Frauen lieben und mich nicht in Männer verlieben können, was sie unbedingt haben wollen.

00:04:24: Um normal zu sein und dazugehören.

00:04:26: Und ich bin dann mal an eine Gottesdienst gegangen.

00:04:29: Nicht in meiner Kirche, sondern in anderen und habe dort einen Mitarbeiter erzählt, was für mich Sache ist oder dass ich Frauen liebe in einer Salesorginne.

00:04:41: Dann hat er gesagt, das sei absolut kein Problem!

00:04:44: Ich kenne hier jemand und ich kann dir helfen, du kannst das heilen.

00:04:47: Ein

00:04:47: easy fix oder eine Lösung?

00:04:50: Mega fest!

00:04:51: Und

00:04:51: in diesem Moment hast du das natürlich glaubt?

00:04:54: Wahrscheinlich willst du es auch schon glauben?

00:04:55: Natürlich habe ich's gelaubt und für mich ist es aber auch einfach sehr lösenste gewesen was er in dem moment hat können sagen uns schönsten man

00:05:02: kann etwas machen

00:05:03: ja ich kann endlich normale Nachführungszeichen werden

00:05:07: und was hat man können machen?

00:05:08: was ist die lösung sein?

00:05:10: ich bin dann zu dem coach gegangen Und ich habe mit ihm verschiedene Sachen angeschaut.

00:05:18: Also was ist der Auslöser beispielsweise, dass sich so empfindet?

00:05:24: Was ist passiert?

00:05:28: Ist jetzt irgendwo bei meinen Vorfahren also bei meinen Eltern oder Grosseltern etwas passiert und hat sich das dann wie über Generationen übertragen?

00:05:37: Man hätte von Generationsschuldern geredet.

00:05:40: Ist das nur die Werte oder Schuhe und Zündchen?

00:05:43: Ja, mega fest.

00:05:44: Es ist so absurd!

00:05:47: Oder ist der Ursprung, dass ich in meiner Kindheitssexuell missbraucht wurde, dass sich dort wie ein Dämon vom Täter auf mich übertragen hat, bin ich darum lesbisch geworden?

00:05:58: Oder ist es sonst irgendetwas?

00:06:00: Man hat ganz viele Sachen ausprobiert und angeschaut, von wo könnte das kommen?

00:06:06: Und war das angenehm für dich?

00:06:08: Hat es dir gut gemacht, über die Sachen zu reden?

00:06:13: Nein, gar nicht.

00:06:14: Es ist vieles so wahnsinnig intim.

00:06:17: Er war ein Mann und hat es vielleicht auch nicht unbedingt einfacher gemacht.

00:06:21: Ich habe mich wirklich alles anlegen müssen, auch meine Beziehung mit meinen Eltern zu allem.

00:06:27: Vielleicht liegt sie ja auch daran.

00:06:29: Irgendwie umsonst Mutter oder Vaterverhältnis.

00:06:34: Tausende Gründe sind im Sinn gekommen... was alles zu schuld sein könnte.

00:06:39: Das war für mich schrecklich, dass sie irgendjemandem sagen müssen, weil das so intim ist.

00:06:43: Aber ihr seid die ganze Zeit auf der Suche gewesen nach irgendeinem Grund?

00:06:46: Haben Sie den gefunden oder ist es einfach ewig weitergegangen?

00:06:51: Das

00:06:52: ist ewig so weitergegehen und man hat verschiedene Varianten ausprobiert wie man das heilen könnte.

00:06:57: jetzt

00:07:00: zum Beispiel.

00:07:01: Also beispielsweise habe ich immer meinen Protokoll führen wenn ich ... eine Frau gesehen, die ich redetiv gefunden habe.

00:07:10: Was habe ich vorher gemacht?

00:07:12: Was habe für Musik gelöst?

00:07:13: Weil ich in einer weltlichen Musik gelost habe, die etwas schlechtes ausgelöst hat, irgendwelche dunkle Kräfte auf mich übergegangen sind?

00:07:23: oder habe ich einen schlechten Film am oberen Vorhör geschaut, der genau das ausgelösst hat, ein schlechtes Buch gelesen ... Ich hatte eine schlechte Gedanke, was auch immer.

00:07:34: Und dann musste ich mich ausfüllen.

00:07:36: Was hat es für mich ausgelöst?

00:07:39: Was für Gefühle sie nicht mehr hinkriegen?

00:07:41: Was erhoffe ich mir davon?

00:07:43: und

00:07:43: all das... Es ist komplett absurd!

00:07:46: Man muss fast etwas lachen, obwohl es überhaupt nicht lustig ist.

00:07:49: Aber es schwingt natürlich dann auch mit, dass du wieder dran zu Schuld bist oder du hast falsche Musik gelostet, weil du etwas Falsches geschaut hast.

00:07:56: Was man vielleicht noch sagen möchte, die Therapieform hat ja einen Namen, Konversionstherapie.

00:08:01: Da würde ich mich an dich errichten, Kathrin du hast über diese Therapie Form recherchiert.

00:08:06: Kannst du uns vielleicht nochmal kurz zusammenfassen was das genau ist?

00:08:10: Konversionstherapie, also ein bisschen Anführungszeichen und Schlusszeichen.

00:08:15: Denn es ist eine Therapieform in der Psychiatrie und in den Psychologien.

00:08:19: Also total verpönt ist.

00:08:21: Alle sprechen sich da klar dagegen aus.

00:08:23: Das Ziel einer Konversationstherape ist die sexuelle Orientierung von einer Person zu verändern.

00:08:30: Man geht davon aus, dass Homosexualität der psychischen Störung ist, die man heilen kann.

00:08:36: Und ja ... Die Therapie kommt eigentlich aus den empfungelbaren Kreisen und wie gesagt ist extrem aufstreit.

00:08:43: Immer wenn ich mit Lea darüber geredet habe, hat sie diese ganze Füße gemacht, weil sie wirklich keine Therapie braucht.

00:08:48: Das muss man einfach klar sagen.

00:08:53: Du bist nicht nur Journalistin, sondern auch Juristin!

00:08:56: Ist so eine umstrittene Methode, die sich alle Fachverbände und Expertinnen und Experten gegenstellen nicht verboten?

00:09:03: Verboten ist es nicht, auch wenn es um Stritten ist.

00:09:06: Es gab eine Standesinitiative im Kanton Baselstadt, um das zu verbieten.

00:09:11: Das ist aber in beiden Rädern gescheitert mit der Begründung, dass wir einen Bericht vom Bundesrat zu diesem Thema erwarten wollen und da war mal die letzte Ankündung auf Anfang dieses Jahres.

00:09:22: Früher dieses Jahr ist jetzt aber nichts passiert und der neue Termin wäre jetzt Herbst, bis man den Berichten vorliegend hätte.

00:09:30: Kannst du abschätzen, wie verbreitete Therapie ist?

00:09:34: Ich kann es nicht abschätzen.

00:09:35: Ich weiss nicht ob du mehr dazu weisst.

00:09:40: Es ist ganz schwierig, das jetzt in Zahlen oder so zusammenzufassen.

00:09:44: Aber es ist verbreiter als man denkt.

00:09:47: Zwischenrundes ist ein christlich-geführenverein, der in der ganzen Schweiz ... Lokale Gruppen, die sich zusammen treffen.

00:09:55: Und fast jede Person, wenn ich dort treffe, erzählt mir, dass sie ähnliches erlebt hat.

00:09:59: Vielleicht nicht so extrem wie ich.

00:10:01: Aber zumindest ist Fein auch das.

00:10:03: bei diesen Personen wollte, Herr Zölle eine geschlechtliche Identität oder sexuelle Orientierung geändert werden.

00:10:12: Also in der sehr erfängelikalen Kreise ist es weit verbreitet und man nennt es nicht mehr so.

00:10:17: Aber es ist genau das Gleiche einfach ohne Namen.

00:10:22: Du hast vorhin schon gesagt, dass du es sehr lang gemacht hast.

00:10:26: Wie lange war das?

00:10:27: So grob?

00:10:28: Das waren ungefähr acht Jahre, in denen man mit verschiedenen Methoden probiert hat mich zu heilen.

00:10:36: Und wie haben Sie sich das erklärt, dass das so lange gegangen ist?

00:10:39: Da gab es wahrscheinlich auch wieder logische Begründungen.

00:10:43: Ich glaube, so richtig erklären konnte sich das niemanden.

00:10:47: Man habe ja schon von diesen ... Produkte, die ausfüllen reden.

00:10:50: Dann haben wir gemerkt, das bringt jetzt auch nicht wahnsinnig viel.

00:10:53: Also schauen wir doch, ob wir hier noch irgendwelche Dämonen austreiben können.

00:10:58: und es ist fast so wie man es aus dem Film kennt, dass dann einfach mega viele Leute um dich und legen die Hand auf dich und versuchen einen Demonstrat zu beschweren.

00:11:06: Das ist mega absurd!

00:11:07: Aber es ist halt wirklich eine Tatsache und es passiert heute überall.

00:11:12: Und auch das hat nichts genutzt.

00:11:13: Da haben sie gesagt, ja, dann ist vielleicht kein Dämo, dann bin ich von einem Heiligsgottesteams zum Nächsten.

00:11:19: Auch das hat er nicht gebracht.

00:11:21: Und mir mitgeschwungen ist immer, ich bin einfach falsch!

00:11:27: Ich öffne mich nicht genug und will es nicht genug fest.

00:11:30: Vielleicht habe ich noch irgendetwas in meinem Leben, wo ich Gott wie noch nicht angelegt habe.

00:11:35: Man hat immer davon geredet, dass unser Herz wie ein Haus ist und man muss dann halt schon alle Türen aufmachen, damit Gott nicht irgendeine zuhört, weil sonst passiert ja doch nichts.

00:11:45: Also ich bin einfach falsch und meine Gefühle sind falsch.

00:11:47: Und eigentlich alles an mir ist falsch.

00:11:50: Darum ändert sich nichts.

00:11:52: Dann hat er dann gefunden, der Coach, ja, es ist ganz einfach!

00:11:55: Man hat noch eine Chance.

00:11:57: Du suchst einfach einen Mann und Hyrothisch... ...und dann wirst du sehen, dass es sich schon geben wird.

00:12:02: Und du wirst wieder normal werden.

00:12:05: Das ist wahnsinnig.

00:12:08: Hat sich in diesen acht Jahren... In dir drin, etwas geändert?

00:12:12: Hast du plötzlich angefangen zu weifeln irgendwann oder bist du immer voll dabei gewesen?

00:12:17: Also ich glaube geändert.

00:12:18: in mir hat sich ganz viel... Ich habe jedes Gefühl noch mal viel stärker hinterfragt.

00:12:21: Ich habe ein Glehrt jedes Gefühl hinterfragen und ich habe... Ganz egal wie gut es sich angefühlt hätte, also mich auch hinterfrogen, das könnte falsch sein.

00:12:29: Über die Ohren ist mir jetzt einfach so gelehrt worden meine Gefühle sind falsch Und ich habe wirklich alles probiert zum Geheiltwerten, zum Normalwerten Und dann war es für mich irgendwie klar.

00:12:46: Ich habe mich wirklich verlobt mit meinem Mann, er ist ein ganz tolles Mann.

00:12:50: Aber ich habe gemerkt, dass es in mir nichts ändert.

00:12:53: Ganz und gar nicht, ganz im Gegenteil.

00:12:56: Irgendwann war es nur für mich klar, dass ich nichts mehr verlieren kann.

00:12:59: Weil ... Ich war an einem Punkt, wo Leben für mich keine Option mehr war, weil ich wusste, so kann ich nicht weiterleben.

00:13:08: Es fühlt sich alles so schlimmer und alles ist schlecht und alles falsch.

00:13:11: Also ich bin falsch!

00:13:14: Aber Sterben ist auch keine Option, denn wenn ich sterbe, dann komme ich in die Hölle, wo ich gewohnt worden bin davon.

00:13:19: Dort brennst du im ewigen Feuer zu sehen.

00:13:24: Das Wort ewig können wir ja gar nicht fassen.

00:13:26: was bedeutet ewig?

00:13:27: und wenn man dort ewig diese Höllen gewahlen muss durch Leiden, die einem erzählt werden, das war Horror und ich wusste ich kann mir niemals leben.

00:13:34: Es ist wie gar keine Option mehr.

00:13:36: also... Was mache ich jetzt?

00:13:39: Und ich habe gewusst, ich habe nur eine Chance, ich muss diese Theologie Oder das, was mir geklärt worden ist, hinterfragen?

00:13:45: Verlieren kann ich nichts mehr.

00:13:47: Das habe ich schon.

00:13:48: Ich kann nur noch

00:13:48: gewinnen.".

00:13:50: Das ist ein Podcast von Beobachter.

00:13:52: Wir machen faire Journalismus.

00:13:53: Wir schauen dort an, wo andere weglauen und arbeiten für eine gerechtere Schweiz.

00:13:57: Schauen Sie mal hinein auf beobachten.ch-falle.

00:14:02: finden sie ein kostenloses Probeabot um den Beobachten besser kennenzulernen.

00:14:07: Lea, du bist in freikirchlichen Kreisen aufgewachsen, die Homosexualität als Sünd gilt.

00:14:13: Um dich heilen, hast du acht Jahre lang eine Konversionstherapie gemacht.

00:14:17: Das hat zu einem enormen Druck geführt.

00:14:20: Wir haben es aber in der Einleitung gehört, irgendwann hast du es geschafft, dich aus dieser Welt zu befreien.

00:14:26: Wann und wie kam das in diese Rolle?

00:14:28: Ich

00:14:30: glaube ... Meine Rettung in diesem Moment war ein bisschen Corona, weil Corona einfach alles stillgelegt hat.

00:14:36: Und mit dem eben auch die Gottesdienst- und Coachings.

00:14:40: Ich habe plötzlich Zeit gehabt!

00:14:41: Und ich habe mich gefragt, was mache ich jetzt mit mir und meinem Leben?

00:14:46: Und eigentlich mit allem.

00:14:49: Und ich kann mal einfach hinterfragen.

00:14:51: Ich kann auch von Leuten suchen, ich kann auch podcastlosen.

00:14:55: Von Menschen, die auch homosexuell waren immer noch sinn- und immer noch sich christlich bezeichnen.

00:15:02: Auch wenn man gesagt wurde ist, dass ich auf so etwas nie lese weil ja alles böse passiert.

00:15:07: dann aber es hat sich so schön angefühlt das zu hören Und ich habe dann eine Salesorgerin gefunden.

00:15:15: Ich war am Anfang kritisch, wie die Salesor.

00:15:17: Ich habe jetzt so schlechte Erfahrungen gemacht.

00:15:20: Aber sie waren explizit geführfreundlich und inklusiv.

00:15:25: Sie war der erste Mensch, in dem man sagte, dass ich gut bin und Gott liebt mich so.

00:15:30: Gott wollte mich genau so und keine Witze anders.

00:15:34: Und sie haben mir aber auch gesagt, du darfst weiter an Gott glauben!

00:15:39: Aber du musst nicht.

00:15:40: Es ist auch okay, wenn du nicht tust und es passiert nichts.

00:15:42: Werde jetzt noch in irgendwelcher Ewigkeit, das passiert gar nix.

00:15:45: Das muss für dich stimmen!

00:15:47: Und das war meine Rettung.

00:15:49: Wie alt bist du denn?

00:15:51: Etwa sechs, sieben, zwanzig.

00:15:53: Und wie fühlt sich das an, wenn zehn, fünfzehn Jahre lang etwas anderes gehört hast und dann plötzlich sagt ihr jemand so was?

00:16:01: Hast du es überhaupt gelaufen

00:16:03: können?

00:16:04: Es war so etwas zwischen ich will es glauben, ich kann's nicht glauben und gleich habe ich ... gemerkt, wie ich mich noch gesehen habe, genau das zu hören.

00:16:12: Und es hat sich so schön angefühlt und ... Ich fragte mich dann einfach, was ist, wenn sie recht hat?

00:16:18: Nicht diejenigen, die wir alles anderen erzählt haben.

00:16:22: Ähm... Und ich fing an, Stück für Stück zu glauben und mich mit Menschen zusammensetzen, die das Gleiche erlebt haben als ich.

00:16:32: Wenn es klar wurde, dass du diese Autos willst

00:16:36: Das war für mich eine lange Frage.

00:16:38: Ich wusste, wenn ich mich auch ... Also, ich bin schon politisch aktiv gewesen.

00:16:42: Ich habe gewusst, wenn man mich auch kennt.

00:16:43: Ich weiss nicht was passiert, aber ich werde meinen Freundeskreis verlieren und zwar komplett!

00:16:49: Weil ich darf ja nur Freundinnen im christlichen Kreis haben.

00:16:53: Und das hatte ich auch mehrheitlich.

00:16:55: Und ich wusste dann, dass ich alle verliere und plötzlich alleine raste.

00:16:59: Und trotzdem wusste ich, ich kann nur wirklich glücklich und frei sein, wenn er mich auch.

00:17:04: Und das Feinste ist ja, dass du es in deiner Funktion fast mühsig gemacht hast.

00:17:08: In den Ämtern.

00:17:11: Es war nicht nur eine private Entscheidung.

00:17:14: Das war ein mega wichtiger Punkt für mich.

00:17:18: Wenn man nicht immer einen politischen Amt ist, spielt das wie keine Rolle und je nachdem in einer Partei spielt man das auch wie keine Rollen.

00:17:25: aber wenn er einen Eva-Perze eine Rolle spielt... ...und das hat die Entscheidung nicht einfach gemacht!

00:17:33: Auch wie ute ich mich?

00:17:35: Ich poste es jetzt nur auf Social Media und schaue, was passiert.

00:17:41: Oder mache ich es anders, als ich es letztendlich gemacht habe in einer Zeitung.

00:17:44: Und ich habe mir ganz bewusst auch die Zeit gelassen.

00:17:47: Ich habe mir den Tag von meinem kommenden Jahr vorher in Agenda geschrieben.

00:17:51: Wow!

00:17:53: Planerin.

00:17:53: Nein,

00:17:54: ich habe einfach gemusst... Wenn ich das nicht mache, dann mache ich es nie.

00:17:57: Und was

00:17:58: ist das für eine Datung gewesen?

00:17:59: Das war schon den April der XXVI.

00:18:02: Und zwar den April des

00:18:03: XXVI.,

00:18:04: wie das Tag der Lesbischen Sichtbarkeit

00:18:05: ist.

00:18:06: Sehr schön.

00:18:07: Und mit der Zeitung, die du erwähnt hast, warst du ein Artikel?

00:18:12: Genau.

00:18:12: Ich habe mich mit verschiedenen Leuten zusammengesetzt aus meinem Umkreis zu besprechen, wie macht man das jetzt geschehen?

00:18:21: Ich habe mich auch mit der EVP zusammengesetzt.

00:18:22: Dann wäre es lieber gewesen, ich mache das gar nicht mehr.

00:18:26: Das war für mich wirklich eine Option.

00:18:28: Sondern ich wusste, wenn ich frei leben will und mal einen Partnerin haben will und öffentlich sein will ... Was ich dieser Person schulde, dann muss ich mich auch tun.

00:18:41: Und will ich auch.

00:18:42: Hast du Unterstützung gehabt?

00:18:44: Ja, ich hatte eine Unterstützung.

00:18:47: Und zwar hat man meine Selbering gesagt Ein Jahr vorher, ein bisschen mehr.

00:18:52: Wenn du dich autisch bist, musst du vorher einen Umfeld aufbauen, den ich dreite und das habe ich gemacht.

00:18:57: Das war der beste Tipp, was ich überhaupt bekommen konnte.

00:19:01: Und das habe Ich gemacht.

00:19:01: Ich hatte ein Umfeld, welches mich dreit hat und wo mich dann auch an diesem Tag gedreht hat, wo dieser Artikel rausgekommen ist.

00:19:11: Wo plötzlich die ganze Welt, wenn sie das haben wollen, lesen, dass ich lesbisch bin Alles, was nach dem sechserzwanzigsten April passiert war wie ein schwarzes Loch.

00:19:21: Ich wusste nicht, was noch kommt.

00:19:23: Ich konnte es absolut nicht abschätzen.

00:19:26: Was hast du an diesem Tag gemacht?

00:19:27: Weisst du das noch?

00:19:30: Ich habe extra nichts geplant und bin aber später mit einer guten Freundin ein paar Tage auf Mainland aus dem ganzen Trugel.

00:19:40: Und was waren die Reaktionen?

00:19:42: Schlimmer oder besser als erwartet?

00:19:44: Je nachdem, welcher Zeitraum man anschaut.

00:19:47: Am Anfang habe ich sehr viele gute Reaktionen bekommen – auch aus der Partei muss ich sagen.

00:19:52: Ganz viele Leute, die mich gefreut haben und wir gratuliert haben.

00:19:56: Und auch Parteienten gefunden haben mega wichtig gebliebt.

00:19:58: Bleibst du trotzdem Präsidentin?

00:20:00: Willi kann mir überlegen zurückzutreten natürlich!

00:20:02: Das ist nicht selbstverständlich gesehen, dass ich bleibe.

00:20:05: Ich hatte aber auch eine ganz tolle Unterstützung von meiner damaligen Co-Präsidentin.

00:20:10: Die hat mich wirklich auf den Weg begleitet... Aber ich habe sehr viele gute Nachrichten, Worte und Briefe bekommen.

00:20:20: Du kennst erst mal einen Stein vom Herz wahrscheinlich?

00:20:24: Und nachher?

00:20:26: Ja, nachher hat sich das Blatt ein bisschen gewendet.

00:20:28: Alle, die Social Media haben und so.

00:20:31: Der ist öffentlich sind in Kenntnis.

00:20:33: Social media ist nicht mehr so schön, was dort passiert.

00:20:38: Viele finden ja den digitalen Raum keine Folge versachten zu leben.

00:20:41: Das ist einfach nicht der Fall!

00:20:43: auch ganz viel Hass kommen, nicht schöne Nachrichten.

00:20:51: Und ich würde liegen wenn ich sagen würde das macht nicht mit einem.

00:20:53: aber gleichzeitig ist digital immer noch eine gewisse Distanz hier wo man kann sagen ja kann man sich vielleicht schon besser davon abtrennen wenn es nur im digitalen Raum in Anführungszeichen basiert.

00:21:05: aber auch das macht etwas mit meinem eigenen Selbstbild wenn man das Gefühl hat eigentlich wenn die Menschen sich leise und weniger sind.

00:21:11: Das war der Sommer, wo ich den ersten Brief in meinem Briefkasten gefunden habe.

00:21:18: Er wurde von mir gefordert und ging aus der FPP.

00:21:24: Sonst ... Ja, wird es mein Ende sein!

00:21:27: Es ist eine ganz klare Morddrohung gewesen.

00:21:30: Die Person würde mich stöten.

00:21:33: So direkt?

00:21:34: Und anonym wahrscheinlich?

00:21:35: Natürlich anonym auch ohne Umschlag oder so.

00:21:38: Es war wirklich nur ein Ausdruck zu Blatt.

00:21:42: Und wenn man so etwas in der Hand hat?

00:21:45: Es macht unglaublich Angst, weil plötzlich ist die Grenze zwischen dem Schutz im digitalen Raum weg.

00:21:50: Hier weiss ein Mensch, wo ich wohne und diese Person hat sich Mühe gemacht, den Brief auszudrucken um bei mir einzwerfen.

00:21:59: Das macht unglaublicher Angst!

00:22:01: Ich war völlig überfordert und wusste auch nicht was zu tun machen, wie ernst ich das nehmen muss... ...und habe einen dummer Weiß weggeschmissen.

00:22:11: Also auch nicht anzeigt?

00:22:12: Nein,

00:22:13: nein.. Es war für mich nicht in Frage.

00:22:17: Ich war völlig bevorderlich, weil ich in der Situation alleine war und die Partei eigentlich keine Unterstützung bekam.

00:22:24: Wir haben eher gesagt, du setzt auf Social Media nicht so viel zu einem Thema Posts.

00:22:28: Du musst dich halt schon nicht wundern, dass dann auch so viel Hass kommt.

00:22:31: Und wir möchten eigentlich nicht, dass du das auf Social media postest.

00:22:35: Weil alles was du postst führt zu Ausdreht bei uns in der Partei.

00:22:39: Das ist halt schon so

00:22:42: gewesen!

00:22:43: Man hat dann wieder mal die Schuld gegeben, das

00:22:44: hast du schon

00:22:45: gekannt.

00:22:52: Katrin, so einen Hassnachricht im Briefkasten?

00:22:56: Oder wenn überschreiten zu etwas Grenzen zur Strafbarkeit?

00:23:00: So ein Drubrief kann strafbar sein und zwar sobald er mit einer schweren Drohung diese Person in Angst und Schrecken versetzt, statt zum Gesetz.

00:23:12: Und es sind Abbestände wie Drohungen, Nötigungen ... Oder auch den neuen Stocking-Artikel, die man hier möglicherweise anwenden könnte.

00:23:21: Das war bei Lea erfüllt.

00:23:23: Was hat sie jetzt machen

00:23:25: können?

00:23:26: Anzeigen bei der Polizei.

00:23:27: Ich glaube es ist später noch gemacht.

00:23:29: Ja!

00:23:30: Und ich möchte kurz das Trollen von der EVP ansprechen.

00:23:33: Aber Sie haben Lea alleine gelassen und sogar einen Mitschuld gegeben.

00:23:38: Hast du ein paar Mal mit ihnen Vorwurf konfrontiert oder mit einem Gretchen?

00:23:42: Die TVP hat die ganze Prozesse auch medial begleitet, mit den Medienmitteilungen.

00:23:50: Dort war es immer so ein Statement.

00:23:53: Es gibt kein Beweis, dass sie noch nicht mehr darüber aus der eigenen Reihe kamen.

00:23:57: Man konnte dann von der Partei gross ankünden, dass man jetzt eine interne Meldestelle wird einrichten und sich betroffen in der Partee bedroht oder sich bedrohnt fühlen könnte.

00:24:16: Partei hat gegenüber einem Beobachter gesagt, sie habe Lea nicht alleine gelassen und ihre sehr wohl Hilfe angeboten.

00:24:22: Ausserdem tolerieren sie keine Homophobie-Hass oder Drohungen in der eigenen Reihe.

00:24:28: Lea, du bist gleich davon ausgegangen, dass die Drohbriefe eines EVP-Mitglieds gekommen sind?

00:24:33: Wieso?

00:24:34: Im ersten ist es noch nicht so klar zum Ausdruck gekommen, aber ich habe es vermutet, weil die Partei neben mir angeht.

00:24:40: Aber im zweiten stand es dann ganz klar, dass sich diese Partei ... Was diese Person in ihrem ganzen Leben für geopfert hat, würde kaputt machen mit meiner Regenbogenideologie.

00:24:52: Und die Kinder würden auch noch verjagen und krank machen und alles Würste genannt.

00:24:58: Wenn du deine Stellung nahm gehörst?

00:25:00: Was denkst du darüber?

00:25:03: Ich will dir treffen aber grundsätzlich nichts schlechtes.

00:25:05: Ich habe dort ganz viele wichtige Zeiten verbracht im Leben und ganz viele tolle Menschen davon kennengelernt.

00:25:12: Ich hab viel dafür gelernt... Ich finde die Aussage aber schwierig.

00:25:17: Sie haben Recht damit, dass es keine Beweise gibt, das stimmt.

00:25:20: Das ist richtig!

00:25:21: Aber ich finde Schutz vor dem nicht erstört an was die eigenen Mitglieder sind.

00:25:26: und ich bin so öffentlich wegen ihnen weil ich in dieser Funktion von der Partei bin.

00:25:31: Und darum hat der Schutz eigentlich schon viel für ihn um mich zu greifen und nicht erst wenn's eigene Mitglieder sich noch immer als kann beweisen.

00:25:39: Ähm... Ich hoffe ganz ganz fest, dass sie melde stellt und dass das wirklich etwas verändern wird.

00:25:48: Du hast für dich Konsequenzen gezogen und bist Anfang im April von deinen Ämtern zurückgetreten, dann auch ganz aus der Partei.

00:25:57: Wieso hat es für dich da deutlich

00:25:59: gebraucht?

00:26:02: Für mich war schon länger klar, dass ich von meinen Ämter zurückgetraten will.

00:26:09: Weil ich gemerkt habe, ich zerbreiche langsam unter dem ganzen Druck auf mir.

00:26:15: Alles was ich gesagt habe, musste ich mich doppelt überlegen.

00:26:19: Kann ich jetzt jemanden in der Partei verletzen oder irgendwelche religiöse Gefühle verletzten?

00:26:24: Oder was auch immer und... Ich bin im Politik gegangen um Menschen zu helfen und dort sich ein paar Veränderungen geschaffen und mich für die Schwächere einsetzen.

00:26:32: Und das kann ich nicht wenn ich zuerst mal mich und meine eigene Sexualität verteidigen muss und da muss ich mir angeschaut etwas falsch sagen oder machen.

00:26:43: Dann war sie im Januar so, dass ich noch einmal einen Brief bekommen habe.

00:26:46: Und dann hat es plötzlich für mich sehr schnell gehen müssen, weil das sehr explizit war.

00:26:50: Wenn du jetzt nicht zurückgerät bist, dann kann ich für nichts mehr garantieren.

00:26:53: und dann passiert etwas ist drin gestanden.

00:26:56: Ich konnte ihn auch einfach nicht mögen und ich wusste, ich muss jetzt zurückgeräten.

00:26:59: Und ich habe mich lange gefragt wie dritte ich zurück?

00:27:02: Da gehe ich einfach und sage ja, es lenkt jetzt!

00:27:05: Ich mache Platz Frühjüngere für eine nächste Generation oder drehte ich zurück und sage wieso... Das war ein langer Prozess, das ich mit mir gerungen habe.

00:27:21: Es war wichtig, dass mein Leben nicht weiterhin von Angst bestimmt wird.

00:27:25: Ich hatte Angst in meiner Kindheit, dass ich falsch bin und in die Hölle komme.

00:27:30: Ich habe Angst gehabt mich zu auten, weil alle Menschen verlieren.

00:27:33: Jetzt lasse ich die Angst wieder gewinnen, indem ich nicht sage, wieso sie zurücktritt.

00:27:38: Was bin ich für eine Vorbild, wenn ich den Hass nicht anspreche?

00:27:43: sondern einfach sage ich, ich gehe jetzt dabei, weil ich so viele Menschen unterhasse.

00:27:47: Und ich habe das Privileg, dass man mich in meiner Position zulässt.

00:27:52: und in diesem Jahr zwischen Coming Out oder nicht ganz ein Jahr zwischen coming out und zurückdreht haben sich so viele Leute bei mir gemeldet, die dankbar sind, dass ich darauf aufmerksam mache.

00:28:03: Ich habe gewusst, ich habe diese Verantwortung jetzt zu sagen wieso ich gehe aber ich habe auch gewusst wenn ich das mache weiss ich nicht ob ich den Tag überlebe von meinem Rücktritt.

00:28:15: Aber mir war klar, ich weiss nicht wie Geschichte endet aber ich will entscheiden, wie sie erzählt wird.

00:28:23: Was ich noch schön finde daran ist dass du dich an erster Stelle gestellt hast.

00:28:27: jetzt endlich mal oder nach dem jahrelangen immer sich zurücknehmen nichts sagen die eigenen Gefühle für sich behalten und dann einfach das machen was für dich passt zu deinen Überzeugungen stehen Obwohl es vielleicht in der negativen Reaktion auslöst.

00:28:43: und für genau das bist du auch nominiert.

00:28:47: Katrin, kannst du uns zusammenfassen was dieser Prickurage ist?

00:28:51: Ja gerne!

00:28:52: Also jedes Jahr verleiht beobachterter den Prickuraage an inspirierende Menschen, die durch ihres unerschrockenen Handeln und ihrer mutigen Taten beeindruckt sind.

00:29:03: sie bei ihrem eigenen Wohl hinter dem anderen stellen Und im Publikumswoldung könnten sie, als Zuhörerinnen ihre drei Favoriten bestimmen und dann entscheiden die Jury wer mit dem Brigourage auszeichnet wird.

00:29:19: Wir haben jetzt eigentlich lange darüber geredet was Lea gemacht hat und wieviel Mut das das gebraucht hat.

00:29:23: aber vielleicht kannst du gleich nochmal Kurz- und Knackig zusammenfassen?

00:29:26: Was ist das Gründ für Ihre Nomination gewesen?

00:29:29: Kurz und knackig finde ich Lea in so vielen Situationen... Er war krass mutig, oder trotz massiver Hasswählen und sogar Morddrohungen hat sie mit ihrem Umfeld und sogar mit der eigenen Partei gebrochen.

00:29:41: Und er stand öfter zu ihrer Homosexualität.

00:29:45: Das macht sich ein grosser Vorbild.

00:29:49: Was hattest du für einen Eindruck von Ihren Kamern?

00:29:54: Ich finde es einfach auch, wenn man schon den Podcast lasse.

00:29:57: Ich war extrem beeindruckt von Leo.

00:30:01: Es ist in so jungen Jahren irgendwie klar ... Ihr Weg konnte mit so vielen Widerständen gehen.

00:30:12: Ich bin wirklich beeindruckt von ihr.

00:30:15: Lea, was ist dir durch den Kopf gegangen?

00:30:17: Was hat Katerin sich gemeldet?

00:30:21: Das ist noch schwierig, ein Wort zu passen.

00:30:27: Ich glaube es hat viel ausgelöst.

00:30:29: Erstens Mut, wieso?

00:30:32: Erstens habe ich natürlich auch Librivi legiert.

00:30:35: Ich war in einer Situation, bei der man mir durch meine Funktion zugelost

00:30:42: hat.

00:30:42: Du warst aber auch angreifbarer?

00:30:45: Ja

00:30:45: natürlich!

00:30:47: Aber trotzdem haben wir mich zugelöst und ich hatte einen Umfeld, den ich treten wollte.

00:30:51: Das Privileg hatte nicht viele.

00:30:55: Andererseits würde ich mir wünschen ein Coming-out und so ist es etwas, das eigentlich gar kein Mut braucht.

00:31:06: Leben wir in einer Welt, die so etwas Mut braucht?

00:31:11: Dann habe ich mir aber auch überlegt, weil ich die Nominierung überhaupt ahneue.

00:31:14: Mit der Nominierung gibt es jetzt ganz viel Öffentlichkeit und ich weiss nicht was passiert mit dem... Können wir wieder so bringen oder wird es plötzlich auch sogar konkreter?

00:31:25: Ich weiss es nicht!

00:31:26: Ich werde heute tagtäglich fast auf der Strasse erkennt und häufig sehr gut und lieb von den Menschen Aber ich werde auch angespuckt und beleidigt.

00:31:35: Und was passiert jetzt, wenn da noch viel mehr Öffentlichkeit reinkommt?

00:31:40: Anders ist es aber mega eher!

00:31:42: Ich will nicht einfach schweigen, weil sonst haben die Leute gewonnen.

00:31:46: Wirst du im Nachhinein wieder gleichmachen?

00:31:49: Ja.

00:31:51: Können wir vielleicht noch kurz hingegen?

00:31:53: Willst du bei dir weitergehen?

00:31:55: Politik und Religion?

00:31:56: sind das immer noch wichtige Themen für dich?

00:31:59: Ja, beides ist immer noch wichtig für mich anders.

00:32:02: Es hat sich sicher verändert... In der Politik haben wir schon gehört, habe ich die Partei gewechselt und bin jetzt bei den Grünen.

00:32:08: Ich muss keine Angst mehr haben von dem, was ich sage oder mache.

00:32:12: Es hat eine wirklich bedingungslose Unterstützung in dieser Partei und das war so schön.

00:32:16: Und so wertvoll auch!

00:32:20: Der Glauben ist für mich wichtig geblieben.

00:32:23: Mein Gottesbild hat sich verändert.

00:32:25: Und zwar komplett.

00:32:27: Gott ist nicht mehr irgendwelchen richtenden Mann auf einer Wolke... Gott ist wieder weg von jedem Geschlecht.

00:32:35: Und Gott ist Liebe einfach und nichts Richtung.

00:32:43: Aber ich glaube der Glauben kann für uns Menschen eine Ressource sein, die uns gerade auch in schwierigen Zeiten stärker geben kann.

00:32:50: Ich genieße es nicht um das Engen zu glauben sondern einfach einen Glaubensvertrag, den frei macht und dass auch andere Leute – ich arbeite in einer reformierten Kirche – so weitergeben können.

00:33:02: die Möglichkeit eines Glaubens, das ich freimache.

00:33:04: Und wenn du nicht willst glauben, dann ist es auch okay.

00:33:07: Aber schau was für Möglichkeiten du hast!

00:33:12: Wenn jetzt ganz viel über Mut geht in diesem Podcast, wo würdest du dir mehr Mut wünschen?

00:33:19: Ui...

00:33:21: Grosse Frage!

00:33:23: Schwierige Frage!

00:33:25: Persönlich glaube ich gleich immer noch mehr Mut zu mir selber zu stehen.

00:33:31: Das ist etwas, was wir häufig noch fehlt.

00:33:33: Auch für mich selbst, ich glaube öffentlich fällt mir das fast leichter wie es man effektiv in mir selber reinfällt.

00:33:38: Ich brauche da immer wieder Menschen im Umfeld wo wir das sagen dass ich trotz allem genügend und gut bin und gleich viel wert bin auch wenn mal etwas schiefläuft.

00:33:49: Und ich glaube für uns als Gesellschaft dass wir aufstehen noch viel mehr aufstehend gegen Ungerechtigkeit und nicht einfach sagen ja Hass ist wie normal halt jeder heutige Zeit sondern aufstehn und sagen nein das ist nicht normal und das darf nie nochmal werden.

00:34:03: Vielen Dank, ich betne für das spannende Gespräch.

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